Revision im Trifftstraßenprozess

Das ND berichtet:

Revision im Prozess um Mord an Punker

Erfurt (ND-Engelmann). Im Verfahren zu einer tödlichen Schlägerei in Erfurt, bei der ein Neonazi einen Punk getötet und einen anderen schwer verletzt hatte, wird die Nebenklage in Revision gehen. Das teilte der Anwalt der Nebenkläger, Sebastian Scharmer, mit. Der heute 27-Jährige, der dem zum Tatzeitpunkt nachweislich der rechtsextremistischen Szene angehörte, hatte einen 47-jährigen Punker niedergeschlagen, so dass dieser kurz darauf an den Folgen starb. Einem zweiten hatte er mit Tritten das Gesicht zertrümmert.
Das Landgericht hatte den Angeklagten zu zwei Jahren auf Bewährung sowie 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.
Das Urteil vom 19. Juni hatte zu heftigen Protesten geführt. So forderte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) vom Landgericht Erfurt eine Erklärung über die Folgen dieses »Justizskandals«. Petra Pau (MdB, Die LINKE) kritisierte das Urteil als »Einladung an rechtsextreme Gewalttäter, weiter zuzuschlagen«. Mit dem Fall wird sich auf Antrag von Links- und SPD-Fraktion der Justizausschuss des Landtages befassen.