ver.di-Vertrauensleute fordern Rücknahme der Kündigung

ver.di-Vertrauensleutevorstand Klinikum Stuttgart

Stuttgart, den 14.01.2008

An

Ver.di-Landesbezirk Thüringen, Lbz.Th@verdi.de

Ver.di-Bundesvorstand, info@verdi.de

Frank Bsirske, Frank.bsirske@verdi.de

Zur Kenntnis:
Gewerkschafterinnen gegen rechts, g-g-r@web.de
Angelo Lucifero, anlucife@arcor.de

Werte Kolleginnen und Kollegen,

mit Bestürzung haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Landesleitung des ver.di-Bezirks Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen den Kollegen Angelo Lucifero nach 26 Jahren hauptamtlicher Tätigkeit gekündigt hat und der ver.di-Bundesvorstand diese Kündigung unterstützt.

Den Vorwurf, Angelo Lucifero hätte den ver.di-Apparat und gewerkschaftliche Mittel für seine persönlichen politischen Ziele missbraucht, halten wir für skandalös. Der antifaschistische Kampf ist kein persönliches, sondern ureigenstes gewerkschaftliches Ziel. Es muss selbstverständlich sein, dass Mailinglisten von ver.di für den Kampf gegen die Neonazis genutzt werden.

Aufgabe von ver.di ist es, die Neonazis mit allen Mitteln zu bekämpfen. In dieser Hinsicht ist Angelo Lucifero ein Vorbild. Zurecht hat die ver.di-Bundesjugendkonferenz durch einen Antrag zum Bundeskongress 2008 gefordert, dass sich ganz ver.di hinter Angelo Lucifero stellt.

Anstatt diesen Antrag umzusetzen, wurde Angelo Lucifero gekündigt. Dass diese Kündigung kurz vor Prozessbeginn um den Naziübergriff vom 15.03.2007 ausgesprochen wurde, halten wir für perfide. Bekanntlich soll in diesem Prozess Angelo Lucifero vom Opfer zum Täter gemacht werden. Mit Eurer Kündigung greift ihr in diesen Prozess offen zugunsten der Neonazis ein. Die NPD feiert diesen Erfolg bereits auf ihren Websites.

Wir fordern Euch auf, die Kündigung sofort zurückzunehmen, Angelo Lucifero im bevorstehenden Prozess voll zu unterstützen und den Kampf gegen die Neonazis massiv zu verstärken.

Mit freundlichen Grüßen

Volker Mörbe

Sprecher der Vertrauensleute